Transporte können auf Anfrage des Logistikers über ein betriebsinternes oder logistiknetzwerkinternes Umschlaglager (Storage Unit) umgeleitet werden. Dabei wird ein Kundenauftrag mit direkter Verbindung (A → B) in zwei interne Transportaufträge aufgeteilt:
Diese Aufteilung erfolgt ausschließlich auf Anweisung bzw. im Rahmen der Planung durch den zuständigen Logistiker.
Eine Übersicht der angelegten Umschlaglager finden Sie in der SLON Web-App im Menüpunkt „LAGEREINHEITEN“. Dort werden folgende Details zu jeder Lagereinheit angezeigt:
Diese Informationen dienen zur Koordination und reibungslosen Durchführung der Umschlagsprozesse.
Bei einem Umschlag wird ein Transportauftrag in zwei Segmente aufgeteilt: Segment 1 fährt zur Lagereinheit, Segment 2 von dort zum Zielort. Bisher wurde Segment 2 erst dann sichtbar und zuweisbar, wenn die Ware im Umschlaglager tatsächlich abgeladen war. Mit der Umschlag-Vorplanung kann Segment 2 bereits vorher vergeben und auf eine Route gelegt werden – sofern für das Eintreffen der Ware eine verbindliche Ankunftszeit zugesagt wird.
Geladen werden darf Segment 2 weiterhin erst, wenn die Ware wirklich im Umschlaglager eingetroffen ist. Die Zusage steuert also ausschließlich die Planung, nie die Ausführung.
Die Vorplanung greift nur, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
| Ablauf | Ohne Vorplanung | Mit Vorplanung |
|---|---|---|
| Segment 2 sichtbar und zuweisbar | Erst nach dem Abladen von Segment 1 | Sofort nach der Planung des Umschlags |
| Segment 2 kann angeboten und disponiert werden | Erst nach dem Abladen von Segment 1 | Parallel zu Segment 1 |
| Segment 2 kann geladen werden | Nach dem Abladen von Segment 1 | Unverändert: nach dem Abladen von Segment 1 |
| Abholzeitfenster von Segment 2 | Ergibt sich beim Abladen | Wird aus der zugesagten Ankunftszeit errechnet |
Die zugesagte Ankunftszeit wird direkt bei der Planung des Umschlags erfasst. Es gibt dafür – wie beim Umschlag selbst – zwei Wege.
Beim Splitten über eine Transportroute bleibt die Ware im selben Fahrzeug, es entsteht kein Umschlaglager-Segment. Dort gibt es die Eingabe der Ankunftszeit daher nicht. Die Unterschiede der beiden Split-Arten sind unter Gesplittete Transporte und Umschlag beschrieben.
Aus der zugesagten Ankunftszeit leitet SLON das Abholzeitfenster von Segment 2 ab:
Ist für die Lagereinheit keine eigene Umschlagzeit hinterlegt, wird eine Standardzeit verwendet (z. B. 15 Minuten). Sind keine Öffnungszeiten hinterlegt, wird lediglich die Umschlagzeit addiert.
Ein leeres Feld bedeutet: es gilt die Standardzeit des Systems.
Die Öffnungszeiten stammen aus den Zustellinformationen der Lagereinheit und werden dort gepflegt – es gibt keinen zweiten Pflegeort. Pro Wochentag können mehrere Zeitfenster hinterlegt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Zustellinformationen.
Der Betrieb, der das vorgeplante Folgesegment übernimmt, sieht den Transportauftrag wie jeden anderen – zusätzlich aber den Hinweis, dass die Ware noch gar nicht im Umschlaglager liegt.
Am Transportauftrag erscheint das Kennzeichen „Vorgeplant – wartet auf Zulauf„ mit einem Sanduhr-Symbol. Der Tooltip nennt die zugesagte Ankunft im Umschlaglager und den Hinweis, dass erst nach dem tatsächlichen Eintreffen geladen werden kann.
Das Kennzeichen wird angezeigt:
Der Fahrer sieht am Ladeschritt den Hinweis „Wartet auf den Zulauf im Umschlaglager, zugesagt für [Zeitpunkt]“. Er erkennt damit schon vor der Anfahrt, dass die Ware möglicherweise noch nicht bereitsteht.
Sobald Segment 1 im Umschlaglager abgeladen wurde, verschwindet das Kennzeichen automatisch und der Ladeschritt wird freigegeben. Ein manuelles Neuladen der Ansicht ist nicht nötig – Web-App und Handy-App aktualisieren sich selbst.
Solange die Ware nicht im Umschlaglager abgeladen ist, wird jeder Versuch, das Folgesegment zu laden, abgewiesen.
Beim manuellen Buchen eines Ladeschrittes erscheint die Meldung „Der Transport kann nicht geladen werden, da das vorhergehende Transportsegment noch nicht im Umschlaglager zugestellt worden ist!„.
Der Dialog bleibt geöffnet. Sobald der Zulauf abgeladen ist, kann dieselbe Buchung ohne Neueingabe wiederholt werden.
Bucht der Fahrer den Ladeschritt zu früh, erhält er die Meldung „Die Ware ist noch nicht im Umschlaglager eingetroffen. Dieser Transport kann erst geladen werden, wenn der Zulauf dort abgeladen wurde.“.
Verzögert sich Segment 1 gegenüber der Zusage über eine Toleranzschwelle hinaus, wird der wartende Betrieb informiert und das Abholzeitfenster von Segment 2 neu berechnet – wieder unter Berücksichtigung von Umschlagzeit und Öffnungszeiten. Die ursprünglich zugesagte Zeit bleibt dabei erhalten, damit „zugesagt„ und „aktuell erwartet“ unterscheidbar bleiben. Ob umdisponiert wird, entscheidet der übernehmende Betrieb selbst.
Verliert Segment 1 seinen Transporteur, ist die zugesagte Ankunftszeit hinfällig. Der wartende Betrieb wird darüber informiert, behält aber seine Zuweisung: Fahrzeug und Zeitfenster sind dort bereits verplant, deshalb wird nichts automatisch entzogen. Auch hier entscheidet der übernehmende Betrieb selbst über eine Umdisposition.